Projekt „Trainingsraum“

Durch veränderte Rahmenbedingungen in unserer Gesellschaft können viele Schüler heutzutage nicht in Ruhe lernen und Lehrkräfte nicht ungestört unterrichten. Individuelle Maßnahmen der unterrichtenden Person zur Problemlösung führen nicht zu dauerhaften Veränderungen.

Daher hat sich die Hauptschule Meinersen dazu entschlossen, das Konzept des „Trainingsraumes“ ab dem Schuljahr 08/09 einzuführen.

Mittlerweile gibt es in Deutschland ca. 200 Schulen, die das Trainingsraumkonzept übernommen haben und damit gute Erfolge erzielen.

Was ist das Trainingsraumkonzept?

Primär ist es ein Programm zum Erlernen eines eigenverantwortlichen, selbstgesteuerten Verhaltens für Schülerinnen und Schüler auf der Basis der Wahrnehmungskontrolltheorie. Daneben sorgt die Durchführung dieses Konzepts für eine entspannte Unterrichtsatmosphäre, alle Schülerinnen und Schüler kommen wieder zu ihrem Recht auf Lernen und die Lehrkräfte können wieder ungestörter ihren Unterrichtsauftrag erfüllen. Die Methode wurde von dem Amerikaner E.E. Ford (Discipline for Home and School, Scottdale, 1998/99) entwickelt und von der Schulpsychologin Dr. Heidrun Bründel (Heidrun Bründel, Erika Simon, Die Trainingsraummethode, Weinheim, 2003) und Stefan Balke (Stefan Balke, die Spielregeln im Klassenzimmer, Bielefeld, 2. Auflage 2003) auf deutsche Schulverhältnisse übertragen und angepasst. Beide tragen durch ihre Veröffentlichungen, Vorträge und Schulungen zur Verbreitung im deutschsprachigen Bereich bei. Ein besonderer Vorteil dieses Konzeptes ist, dass es für alle Mitglieder des Schulsystems verbindlich ist. Das bietet allen Beteiligten mehr Sicherheit und Orientierung und auch Entlastung.

Was ist ein Trainingsraum?

Der Trainingsraum ist ein eigens eingerichteter Raum für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die im Unterricht stören und sich nicht an die geltenden Regeln

    * Jeder Schüler, jede Schülerin hat das Recht auf einen guten Unterricht und die Pflicht, diesen störungsfrei zu ermöglichen.
    * Jeder Lehrer, jede Lehrerin hat das Recht auf einen störungsfreien Unterricht und die Pflicht, diesen gut zu gestalten.
    * Rechte und Pflichten von Lehrern und Schülern müssen von allen gewahrt, respektiert und erfüllt werden.

halten wollen oder können. In ihm stehen ca. zehn Einzeltische, an denen dieeintreffenden Schülerinnen und Schüler Platz nehmen können. Der Trainingsraum ist über den gesamten Schultag mit jeweils einer Trainingsraumlehrerin bzw. einem -lehrer besetzt. Trainingsraumlehrer sind für diejenigen Schülerinnen und Schülern da, die sich für den Trainingsraum entschieden haben und damit zeigen, dass sie Hilfe und Unterstützung brauchen, weil sie sich offensichtlich nicht an Regeln halten können.

Im Trainingsraum finden die eigentlichen Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler statt. Sie erhalten hier Hilfe und Unterstützung von den Trainingsraumlehrerinnen und –lehrern, die mit ihnen nicht nur das Störungsverhalten reflektieren, sondern mit ihnen gemeinsam auch die Absicht herausarbeiten, die zum Störverhalten geführt hat. Sie stellen die Frage, ob die Schülerinnen oder Schüler sich ein zukünftiges störungsfreies Verhalten vorstellen könnten und lassen dieses konkret und positiv benennen. Sie besprechen auch die Widerstände, welche die Schüler davon abhalten könnten und versuchen, eine positive Konnotation zum neuen Verhalten herzustellen, damit es gut verankert werden kann. Am Ende des Gesprächs mit dem Trainingsraumlehrer erstellen die Schüler einen Plan, der zur Rückkehr in die Klasse berechtigt und der inhaltlich das neue Verhalten beschreibt, das die Schüler bereit sind zu zeigen.

Schülerinnen und Schülern, die sich im Trainingsraum verweigern, wird wie auch im Klassenraum die“ rote Karte“ erteilt. Dann entscheiden sie dadurch, nach Hause zugehen oder, wenn das aus organisatorischen Gründen nicht möglich ist, werden sie im Trainingsraum oder einem anderen Raum der Schule anderweitig beschäftigt, bis ihr regulärer Unterricht zu Ende ist. Sie müssen dann am nächsten Tag mit den Eltern zusammen zu einem Gespräch zur Schule kommen.